Burgstaaken, D

Unsere letzte Etappe von Bagenkop nach Fehmarn, Burgstaaken war sehr schön. Wir hatten 4-5 Winstärken mit einem am Wind anlieger und mäßiger Welle. Blauer Himmel und für September noch angenehme Temperaturen. Der wIndpilot steuert und für nächsten 5 Stunden durch den Fehmarnbelt Richtung Fehmarnsund. Wir kommen mit Rumpfgeschwindigkeit gut voran und genießen noch den letzten Tag auf See. Die letzten 3h kreuzen wir den Sund hoch bis zur Fehmarnsund Brücke wo wir den Motor anschmeißen und die letzten Meilen in den Hafen motoren.

Wir sind zurück in Deutschland, scheinbar haben nur wir uns verändert und auch nicht. Es ist ein komisches Gefühl…

Die Südspitze von Langeland, unweit von Bagenkop…

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…wir segeln am Wind und genießen es einfach…

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… im Cockpit oder auf dem Vorschiff…

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…heute macht es wieder richtig Laune…

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…nicht nur mir…

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…bald kommt Fehmarn und damit die deutsche Küste in Sicht…

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…und wir passieren die uns so vertraute Fehmarnsund Brücke…

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…und laufen mit unseren bunten Flaggen unter der Saling in Burgstaaken ein…

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… 8 Länder haben wir gesehen (die polnische Flagge fehlt hier)…

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…und vieles erlebt. Es gab Zeiten, wo wir morgens nach dem Aufwachen erstmal schauen mußten, in welchem Land und Hafen wir eigentlich gerade sind, doch jede Reise hat ein Ende…

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…und unsere ein sehr, sehr glückliches!

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Hier noch mal ein paar statistische Daten:

Wir sind am 5.9.2014 nach 70 Etappen, 122 Tagen und 1896 Seemeilen (3511 km) und 8 Ländern wieder in unserem Starthafen Burgstaaken auf Fehmarn eingelaufen.

Im Schnitt war jede Etappe 27sm lang.

Unsere längste Non-Stop Etappe war 172 sm lang von Gdansk, Polen nach Liepaja, Lettland.

Die kürzeste war 3 sm von Paradiesviken nach Ingmarsö, Schweden.

Bagenkop, DK

Eigentlich ist unsere Reise nun schon seid über einem halbem Jahr beendet, doch unsere Gedanken kehren immer wieder zurück zu der Zeit auf der Ostsee. Wahrscheinlich weil wir einfach keinen Schlußstrich ziehen wollen, haben wir die letzten Blogeinträge immer vor uns hergeschoben. Nun wird es aber Zeit noch die letzten 2 Etappen hier festzuhalten, auch wenn es von denen nicht viel zu berichten gibt….

In Lyö legen wir vormittags ab und verlassen mit einem Schwall von anderen Yachten den Hafen. Wo andere gerade ihren Herbsttörn starten, weht es uns Richtung Fehmarn zurück. Ganz zurück wollen wir noch nicht, erstmal wollen wir in Bagenkop halt machen. Anfangs haben wir wieder nur Wind von vorn und zum Kreuzen sind wir heute wieder mal zu faul, zumindest die erste Hälfte im engen Fahrwasser. Erst vor Marstall können wir mit einem sinnvollen Kurs Segel setzen und bei 4 Windstärken und blauem Himmel wunderbar segeln.

Hinter Marstall wird es dann mehr und wir müssen kreuzen. Welle und Wind gegen an. 4-5 Windstärken und eine kurze Welle. Kennen wir ja, aber es sind nur noch 7 sm nach Bagenkop und wir bleiben stur am kreuzen, schließlich scheint die Sonne und das Ziel ist in Sicht.

Spät Nachmittags erst erreichen wir Bagenkop, einen typischen Durchgangshafen aller deutschen Yachten, die in oder aus der dänischen Südsee kommen. Gibt schlimmere Häfen auch wenn es hier nicht viel zu sehen gibt, den Sonnenuntergang kann man hier immer sehr gut genießen.

Das Ende unserer Reise ist sehr nah, fast zu nah. Auch wenn wir uns sagen es reicht – es ist genug, es war super und nun es auch schön nach Hause zu kommen, etwas wehmütig sind wir doch. Für unsere letzte Etappe am nächsten Tag binden wir all die Gastlandflaggen, die auf der Reise unter der Saling wehten zusammen und ziehen sie – mit auch etwas Stolz in der Brust – unter der Saling hoch.

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Lyø, DK

Eigentlich hatten wir heute geplant nach Ærø zu fahren. Da es uns aber schnell nervte gegen den Wind in die Wellen zu bolzen, kürzten wir etwas ab und fuhren in den Hafen von Lyø. Der Hafen war früh schon sehr voll. Je näher wir der deutschen Küste kamen, desto voller wurden die Häfen. Schien, als sei die Saison für die Deutschen noch nicht beendet. Da wir schon am frühen Nachmittag ankamen und die Sonne so schön schien, entschieden wir und die Insel zu erkundschaften.

Wir liefen durch das kleine altertümliche Dorf und aßen bei dem kleinen Tante Emma Laden in der Sonne ein Eis. Das erste Eis seit langem. Es gibt viele Indikatoren, die zeigen, dass der Sommer zu Ende geht. Nach der Erfrischung liefen wir quer über die Insel zur Westküste, wo wir einen Steinhaufen fanden – ein altes Hünengrab. Wir kletterten rauf und genossen den sonnigen Ausblick auf die Umgebung und das Wasser. Dann marschierten wir weiter zwischen den Felder hindurch, kosteten bitteren, mehlig Futtermais und leckere Brombeeren. Nachdem mir auffiel das ich das Portemonnaie auf dem Steinhaufen liegen lassen hatte, liefen wir den ganzen Weg noch einmal zurück und kamen so zu einem guten Maß an Bewegung. Das Portemonnaie hatten wir glücklicherweise wieder und konnten so die selbstgemachte Himbeer-Marmelade an einem Stand an der Straße kaufen, die wir schon vorher gesehen hatten. Der Abend war ruhig und entspannt auf der Couch beim DVD schauen.

Der Hafen ist ein typischer Inselhafen, der dänischen Südsee.

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Wir rasten nicht lange, sondern machen uns gleich auf den Weg die schöne Insel in Augenschein zu nehmen…

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…wandern durch das kleine Dorf…

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…mit seinen hübschen Häuschen…

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…finden hier und dort was…

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…bringen auch was fürs Frühstück mit – übrigends sehr lecker die Marmelade!

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Genießen einfach das tolle Wetter.

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Årø, DK

Das nächste Ziel auf unserer Reise durch den kleinen Belt war die kleine Insel Årø. Die Fahrt wurde bestimmt durch die Strömung gegen uns, erst guter Wind, dann Flaute und später Gegenwind – aber durchgehend Sonnenschein. Anfangs konnten wir gut segeln, den zweiten Teil fuhren wir unter Motor. Der Hafen war relativ klein. Es lagen bereits viele Boote, hauptsächlich natürlich wieder deutsche Yachten, im Hafen. Nach dem Anlegen gingen Jan und ich etwas spazieren. Årø ist eine 6 km2 große, sehr flache Insel mit nur wenigen Bäumen. Sie wurde einst vom Hochwasser vollkommen überspült. Das Salzwasser tötete die meisten Bäume. Mit dem Festland Årøsund ist die Insel durch eine Fähre verbunden.

Wir spazierten am Strand entlag und ließen die vielen angespülten Miesmuscheln unter unseren Schuhen knacken. Vom Strand aus konnten wir weitere Wale beobachten. Der erste Strandspaziergang seit langem. Strände gab es zwar die letzten Etappen genug, doch entweder das Wetter war schlecht oder wir kamen spät an und hatten keine Lust mehr spazieren zu gehen. Zurück im Hafen bereiteten wir den Grillabend, den wir mit Leni und Daniel geplant hatten, vor. Da die beiden die deutsche Küste und wir den direkten Weg durch die dänische Südsee fahren wollten, war dies unser letzter gemeinsamer Abend. Das essen war super lecker, doch leider war es nicht warm genug nach dem grillen noch draußen zu sitzen. Also kamen die beiden ein vorerst letztes mal zu Besuch auf die Atacama. Wir werden sie wirklich vermissen. Wahrscheinlich dauert eseine Weile, bis wir aufhören in jedem neuen Hafen nach ihnen Ausschau zu halten und auf sie zu warten. Es war eine schöne Zeit mit den drei “EigenArtigen”. Doch jetzt heißt es für uns Heimreise. Würde alles wie geplant laufen, würden wir schon in drei Tagen Fehmarn erreichen.

Von dem Middelfahrt Yachthafen…

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…segeln wir durch Schwachwind angetrieben und Strom gebremst gen Süden…

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… weiter den kleinen Belt runter.

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…bis wir in Arö festmachen.

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Dort gibt es eine Krabbenrennbahn…

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…und andere alte Kreaturen…

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…mit Stilaugen zu sehen.

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Wir machen noch einen Strandspaziergang…

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…hinter den Leuchtturm…

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…und werden wieder von Mehrschweinen begleitet (hier sieht man die dunkle Rückenfinne des Wales).

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Am Abend grillen wir mit der Crew der „EigenArt“, welche selber ebenfalls einen Blog pflegen den ihr hier finden könnt.

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…in der kitschigen Abendstimmung…

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…des prächtigen Alt-Weiber-Sommers.

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Middelfart, DK

Mit Daniel und Lini von der EigenArt verabredeten wir an diesem Tag erst nach Middelfart zum Stadthafen zu fahren und dann am Nachmittag weiter zum Yachthafen Middelfart zu fahren. Die Strecken waren beide sehr kurz, aber da wir dringend einkaufen mussten, war der Zwischenstopp in Middelfart in der Stadt eine gute Lösung.

Schon als wir aus dem Hafen raus fuhren, trafen wir die erste Herde Meerschweinchen. Zur Erklärung: In dem deutschen Touri-Infozettel steht, dass man am Strand lang spazieren kann und Merschweine beobachten kann. Aus dem englischen Infozettel haben wir dann erfahren, dass es Schweinswale und nicht Merschweine sind, die man beobachten kann. Es waren also Schweinswale, die an uns vorbei zogen. Jan sah sogar eine Robbe, die nah an unserem Boot vorbei schwamm.

Kurz hinter Strib durchquerten wir die erste Kleiner-Belt-Brücke zwischen dem Festland und der Insel Fünen. Da der kleine Belt hier schmal ist, war hier die Strömung ganz besonders stark. Unter der Brücke sahen wir ein anderes deutsches Boot, dass beim Segeln im Windschatten der Brückenpfeiler Geschwindigkeit verlor und von der Strömung fast an den Pfeiler getrieben wurde. Nur durch das schnelle Anschalten des Motors konnten sie eine Kollision verhindern. Auch wir mußten kurz den Diesel anschmeißen, um durch den Windschatten gegen die Strömung zu kommen, hatten uns aber klar von den Brückenpfeilern gehalten.

Im alten Stadthafen legte man sich an die Kaimauer. Es lagen viele alte Segelboote und Fischerboote und nur 3 Yachten im Hafen. Als die EigenArt kam, zogen wir 5 zusammen los in Richtung Supermarkt. Auf dem Weg schauten wir uns die engen Gassen mit den kleinen, alten Häusern der Altstadt und die belebte Fußgängerzone an. Zurück im Hafen gab es noch ein leckeres Markrelen-Sandwich vom kleinen Fischimbiss, bevor es auch schon wieder weiter ging.

Es waren 5 Meilen zum Yachthafen, der auf anderen Seite der Landzunge lag. Wir konnten den ersten Teil schön durch den kleinen Belt segeln. Als wir um die Landzunge herum gefahren waren, kam Flaute. Langsam und leise trieben wir durch den schmalen Sund und beobachteten die Schweinswale, die um uns herum schwammen. Sie waren schwer zu sehen, da sie klein (ca. 1-1,5m) sind und sie immer nur kurz auftauchten. Doch teilweise kamen sie richtig nah. Wir drehten sogar um und folgten einer Herde. Dann kam die EigenArt und ein zweites kleines deutsches Boot. Zu dritt fuhren wir eine Weile und unterhielten uns. Kaffeklatschsegeln mit max. Geschwindigkeit von bis  zu 1,5 Knoten.

Der Hafen war riesig und voll. Viele einheimische Boote, aber auch einige Deutsche. Später am Abend, als Helene schlief, kamen Daniel und Lini noch einmal vorbei und führten uns in die Seglertradition „Sherry“ ein.

Hier kommen Daniel, Lini und Helene in den alten Stadthafen von Middelfart.

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Zu fünft machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt.

 

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Und erkunden auf dem Weg noch etwas das Stadtzentrum.

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…um anschließend uns in den Yachthafen von Middelfart zu verholen…

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…durch den schönsten Teil des kleinen Belts, in Begleitung vieler „Mehrschweine“ (die man hier auf dem Foto vergegblich sucht)

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Es ist ein entspanntes Treiben und stehen im Strom. Hier ein Bild  von uns von der EigenArt Crew geschossen…

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Strib, DK

Die Fahrt nach Stripbam nächsten Tag war lang und schwerfällig. Anfangs noch schöner Segelwind, kam für den größten Teil der Strecke der Wind Raumschots – d.h. schräg von hinten, was die alte Atacama nicht so mag. Klar, wenn er nicht von vorne kommt, kommt er von hinten! Hohe Wellen und beeindruckend starker Gegenstrom machten die Fahrt zwischen den Regenschauern anstrengend. Erst abends kamen wir im Hafen an. Es war ein Segelclub mit zwei separaten, sehr kleinen Häfen. Während ich kochte, erkundete Jan die Gegend auf der Suche nach einem Supermarkt. Statt Supermarkt fand Jan die EigenArt, die im zweiten Hafen lag. Nicht vorbeifahrende Boote, sondern die starke Strömung, die sich in der Einfahrt zum kleinen Belt noch einmal verstärkte, brachte die Atacama und die anderen Boote im Hafen zum schaukeln. Der kleine Hafen war bis auf einen Platz voll, doch kein Boot war bewohnt. Es war ungewohnt in einem Hafen voller Boote, aber ohne Menschen zu sein. Wir waren ko und verbrachten den Abend auf der Couch und schauten Filme.

Der Hafen von Strib liegt in einer Wohngegend. Man kann dort übernachten, mehr aber auch nicht.

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Der Leuchtturm markiert die Einfahrt in den Lille Belt.

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Abends kommt die „EigenArt“ nach einer kurzen, ungeplanten Verzögerung auch in den Hafen.

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Endelave, DK

Nach Samsø fuhren wir weiter zur nächsten Insel Endelave. Der Turn war schaukelig. Mit Strom und Starkwind von vorne kreuzten wir uns durch den Regen und die spitzen Wellen warfen uns hin und her. Es Regenete die ersten Stunden recht durchgehend und in den Schauern verschwand die Welt um uns herum im Grau. Wie immer sind wir vor der EigenArt los gefahren, doch als wir in Endelave in den Hafen fuhren, lag sie schon da und wartete auf uns. Die haben doch geschummelt! Daniel und Lini hatten den mutigen Kurs durch das flache Wasser bei Samsø gewählt, was ihnen einem Umweg von 5 Meilen ersparte.

Da wir ein paar lebensnotwendige Lebensmittel wie Käse, Kaffee und Bier brauchten, holten wir unseren knallroten Hackenporsche raus und zogen los. Auf der Suche nach einem Supermarkt befragten wir Passanten. Ein älteres Paar, das es unsere Frage mit bekommen hatte, unterbrach und fragte, was wir denn bräuchten. Sie hatten wohl noch Lebensmittel aus ihrem Garten. Wir versicherten, dass es nicht dringend sei und bedankten uns für die Hilfsbereitschaft. Die kleine Insel Endelave hatte ein ebenso kleines Dorf mit einem ebenso kleinen Tante Emma Laden, der Samstags leider zu hat. Daher spazierten wir ohne Lebensmitte zurück zum Hafen. Unterwegs entschädigen wir uns mit Pflaumen und Himbeeren, die am Straßenrand wuchsen.

Jan meinte gerade, dass ich bei Endelave unbedingt „das architektonisch glanzvoll errichtete Duschgebäude“, erwähnen sollte. Das Dusch- und Toilettehaus hat tatsächlich einen Preis bekommen. Es war auch ganz ok. Immerhin nicht so oll, wie die anderen dänischen Duschgebäude. Komischerweise hatten sie wieder einmal die Fenster vergessen, was dazu führte, dass auch der Superbau schon in den Duschen müffelte. Großer Unterschied zu den schwedischen Duschen ist übrigens der Zahlautomat, der nach Ablauf der 3-5 Minuten das Wasser abstellt. Der Spaß wird mit Münzen oder Karte bezahlt. Oft muss man auch Strom und Wasser ab Steg seperat mit der Servicekarte bezahlen. Da machte die „Servicekort“ im Göta Kanal mehr Spaß! Und einen Hafenmeister bzw Hafenbüro gibt es auch nicht. Nur noch Automaten. Dafür ist die Wlan Abdeckung in den Häfen um einiges besser, als in Schweden.

 

Im Hafen von Endelave machen wir neben der EigenArt fest…

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…und erkunden das kleine Dorf.

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Sicher ist dies nicht das Tor zu Welt, aber wohin dann?

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Mårup, Samsø, DK

Von Grenå ging es am nächsten Tag weiter zu der Insel Samsø. Es waren ca. 30 Meilen, die wir heute hinter uns bringen wollten. Der Wind kam wie wir es gewohnt sind, von vorne – diesmal allerdings schwach. Zum kreuzen war uns die Strecke zu lang, daher motorten wir anfangs. Gegen Abend klarte der Himmel auf und die tief stehende Sonne tauchte Samsø in ein warmes Licht. Wir fuhren eine ganze Strecke an der schönen Küste entlang. Die Insel ist sehr hügelig mit grünen Wiesen und Wäldern umzäunt von einer hohen Steilküste. Im Hafen in Mårup herrschte Sommerstimmung. Er war zwar relativ leer, wirkte aber trotzdem belebt. Alle saßen draußen und es roch nach Grillfleisch. Die EigenArt, die den Hafen in Grenå eine ganze Weile nach uns verlassen hatten, schienen einen einen früheren Hafen gewählt zu haben. Wir suchten den Horizont nach dem kleinen Boot ab, fanden es aber nicht.

Für den nächsten Tag waren Dauerregen und Starkwind vorher gesagt. Wir entschieden uns im Hafen zu bleiben. Geplant war sowieso ein Hafentag auf Samsø, da wir uns die Insel anschauen wollten. Ganz so stark wurde der Wind dann doch nicht, aber es regnete den ganzen Tag ununterbrochen. Am Nachmittag schipperte die EigenArt in den Hafen. Sie lassen sich von solchem Schietwetter meist nicht aufhalten. Erst gegen Abend riss der Himmel auf und wir entschieden uns zu einer Joggingrunde, um wenigsten etwas von der Insel zu sehen. Das Highlight auf der Joggingrunde war das Pony, dass wir unterwegs trafen. Außerdem kamen wir an Kürbisfeldern vorbei und liefen durch das kleine Dorf Mårup. Der Auslauf und die frische Luft taten gut, nachdem wir den ganzen Tag in unserer Höhle verbracht hatten. Da das Wetter am nächsten Tag nur geringfügig trockener werden sollte, entschieden wir uns dagegen, auf Samsø zu bleiben, um die Insel anzuschauen. Stattdessen würden wir weiter gen Heimat segeln.

 

Schwacher Wind von vorn hilft nicht viel, wenn man 30 sm schaffen will, ansonsten war es wieder Bilderbuch-Wetter.

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Zwischenzeitlich sogar genug zum Segeln…

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Von Samsö bekamen wir leider nicht viel zu sehen, aber vom Wasser sieht die Insel sehr schön aus…

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Der Hafen von Marup war recht verwaist, aber gemütlich…

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Grenå, DK

Von Anholt ging es weiter nach Grenå, einem kleinen Ort an der Ostküste des dänischen Festlands. Es war schönes Segelwetter mit Sonnenschein. Anfangs segelten wir in der Nähe von zwei anderen deutschen Yachten. Jan machte Fotos von den beiden Seglern. Vielleicht würde wir sie abends im Hafen treffen und ihnen die Fotos geben. Da man selten Bilder von seiner eigenen Yacht beim Segeln bekommt, freut man sich immer über Fotos. Auf dem zweiten Teil unserer Kattegat-Überquerung passierten wir einen großen Windpark. Der Windpark lag direkt auf unserer Route, da es laut unserer Karte ein Sperrgebiet war, fuhren wir um den Windpark herum. Bisher kamen wir solchen Anlagen nie so nah. Es war schon beeindruckend, wie die vielen Windräder aus dem Meer wuchsen.

Der Hafen in Grenå war nicht besonders schön. Unweit der Marina gab es ein Industriegebiet, welches für einen eigenartigen Geruch sorgte. Typisch dänisch waren die Ferienwohnungen an der Marina. Kleine zweistöckige Reihenhäuser mit Balkon zum Yachthafen. In der Nähe gab es aber einen schönen Badestrand, an dem sogar noch Leute badeten. Kurz nach dem Einlaufen zog der Himmel zu und so beschränkten wir unsere Erkundungstour auf das Marinagelände.

Einen der beiden Segler, die Jan fotografiert hatte, trafen wir auch an. Er freute sich sehr über die Fotos, da er das Boot ganz neu gekauft hatte. Er lud uns auf sein Boot ein, während er die Fotos auf seinen Computer kopierte. Als wir seine Frage nach unserem Bootsnamen beantworteten, meinte er ganz aufgeregt, dass er uns unbedingt etwas zeigen müsse. Er nahm uns mit nach unten und deutete auf ein Bild an der Wand. Es war ein Foto eines Hafens in der Atacama Wüste. Sein Großvater hatte dort im Krieg 6 Jahre gelebt und ist auch dort verstorben. Er hatte nun sein Boot nach dem Boot seines Vaters bennant, auf dem er segeln gelernt hatte. Und sein Vater hatte sein Boot nach den Erlebnissen seines Vaters benannt. Das Boot auf dem wir uns also gerade befanden, hieß wie ein Hafen in der Atacama. Das war echt ein schräger Zufall.

Am Abend, nachdem alle ihr „Abendspektakel“ beendet hatten, kamen Leni und Daniel von der EigenArt zu Besuch. Auch an diesem Tag hatten wir mit Grenå wieder einmal das selbe Ziel. Nachdem wir nun schon so lange gemeinsame Wege teilten, wollten wir endlich mal ein Bier zusammen trinken. Die kleine Helene schlief nebenan im Boot. Die EigenArt durften wir uns dann am nächsten Tag auch einmal anschauen. Sie sieht tatsächlich von innen so besonders aus, wie von außen. Sehr bunt und liebevoll zurecht gemacht. Mit einem Meter ein ganzes Stück kleiner als die Atacama, aber super gemütlich.

 

Den Weg von Anholt nach Grenaa prägt dieser Windpark…

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Der Hafen an sich hat uns nicht besonders beeindruckt…

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Auch nicht in der Abendsonne…

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Anholt, DK

Am nächsten Tag ging es dann fuhren wir dann endlich los. Der Wecker klingelte um 6 Uhr und kurze Zeit später verließen wir den Hafen. Es waren 58 Meilen bis zu der kleinen Insel Anholt mitten im Kattegat. Endlich mal wieder freies, offenes Meer. Das hatten wir seid der Überfahrt von den Aland-Inseln nach Schweden nicht mehr.

Da der Wind nun nicht mehr ausreichte, mussten wir den größten Teil der Strecke motoren. Aber immerhin war es fast den ganzen Tag sonnig und vor allem regenfrei. Pipi, der Pinnenpilot, gab ziemlich bald mal wieder seinen Geist auf. Also wurde durchgehend gesteuert, was wir eigentlich die letzten Wochen in den Schären und in den Kanälen sowie überwiegend gemacht haben. Doch wenn man lange Strecken motort und den Kurs nicht ändert, ist es schon ganz bequem, wenn man zwischendurch kurz runter gegen kann oder sich draußen kurzzeitig hinlegen kan. Steuern war für meine erste Schicht in diesem Fall aber besser, da mein Magen die anfänglichen Wellen, nicht besonders mochte. Das Meer beruhigte sich allerdings schnell und meine anfängliche Übelkeit nahm ab. Eine Stunde vor der Insel Anholt wurde der Wind plötzlich stärker und die Wellen fies. Ich war froh, als wir den Hafen erreichten. Es dämmerte auch schon. Der Hafen war voll. Allerdings auch nur, weil alle Boote längseits lagen und nicht wie vorgesehen an den Heckbojen. Wir entdeckten die EigenArt, die sich tapfer am Vortag nach Anholt aufgemacht und dort einen Tag verbracht hatte. Geschickt parkte Jan in die enge Lücke hinter der EigenArt. Als erstes wurde natürlich die Gastlandflagge gewechselt. Die schwedische hing nun lange genug.

Von der Insel haben wir an dem Abend leider nicht mehr viel gesehen. Abgesehen von dem Weg zu den Toiletten. Der hat aber schon ein schönen Eindruck von der sandigen, hügeligen Insel und dem breiten Strand mit dem feinen, weißen Sand vermittelt. Zurück in Dänemark! Endlich wieder richtiger Strand, den hatten wir seit der baltischen Küste nicht mehr gesehen. Da wir am nächsten Tag gleich weiter wollten, um die Pause des Starkwindes zu nutzen, konnten wir uns die Insel leider nicht weiter anschauen. Doch irgendwann bekommen wir bestimmt mal wieder die Gelegenheit dazu. Und schöne Strände werden wir in den nächsten Tagen wohl noch öfter sehen.

 

Wir verlassen Donsö nicht lange nach Sonnenaufgang…

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…und bekommen noch etwas von den westschwedischen Schären zu sehen…

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…und auch einen kleinen Felsen auf dem man Robben erkennen kann (, wenn auch nicht so gut auf den in der Auflösung reduzierten Bildern hier).

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Etwa 10sm vor Anholt frischt der Wind auf und es wird noch ein sportliches Segeln aus dem Tuckertag.

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