Forsvik, Göta Kanal, SWE

Am nächsten Tag ging es schon um 7 Uhr los. Laut Wetterprognose sollte der Wind im Laufe des Tages zunehmen. Es war sonnig, doch am Horizont türmten sich schon erste Wolkenberge. Als wir aus der Abdeckung der Bucht heraus segelten, refften (verkleinerten) wir das Grossegel. Kurze Zeit später aus die Genua. Jan hatte sich drinnen etwas hingelegt, ich war als Steuerfrau an der Pinne. Der Wind nahm tatsächlich schnell zu. Die Wellen wurden immer höher. Zwischendurch regnete es. Der Wind wurde so stark, dass wir die Genua ganz reinholten und den Motor anstellten. So waren wir selbst bei Sturmböen wie gestern noch manövrierfähig. Ich saß draußen und biss die Zähne zusammen. Der Vättern hat eine beachtliche Norsüd-Ausdehnung und ist teilweise rund 100m tief. Obwohl es ein See ist entstehen so bei Südwind bis zu 2m Welle. Die Ablenkung durch das Steuern half mir nicht Seekrank zu werden. Nach 3 Stunden kamen wir an. Durchschnittliche Geschwindigkeit 6 Knoten. Das ist schnell für die kleine Atacama. Ich war ko. Je erschöpfter ich werde, desto schwieriger die Seekrankheit zu bekämpfen. Aber ich hatte es geschafft. Da waren wir zurück im engen geschützten Göta Kanal. Segel rein und Fender raus. Jetzt standen Schleusen und Brücken auf dem Programm.

Nachdem wir Karlsborg, die Stadt, die vom Vättern zurück in den Göta Kanal führte, passiert hatten, kamen wir zu einem kleinen schmalen See. Er lag sonnig und friedlich da und man hätte nicht erahnen können, dass es draußen auf dem großen See so wild ist. Schöne grüne Tannenwälder umrahmten den See. In Forsvik wollte wir die Nacht verbringen. Es war ein ganz kleiner Hafen mit nur einem Steg und lag direkt an dem See. Im kleinen Dorf befand sich die älteste Schleuse mit dem größten Hub über 3,5 m. Es sollte unsere letzte Schleuse sein, bei der es hoch ging. Forsvik bildet mit etwas über 90 m den höchsten Punkt des Göta Kanals. Von nun an ging es wieder bergab. Wir legten um 14 Uhr an und gingen nach dem Essen erschöpft schlafen. Das frühe Aufstehen und die anstrengende Tour machten sich bemerkbar. Am Nachmittag gingen wir etwas im kleinen Dorf spazieren und saßen an der Schleuse und aßen Eis.

 

Unangenehmer Wellengang und frühes Aufstehen nach unruhiger Nacht sei dank, kommen wir erschöpft in Forsvik an.

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…wo wir entspannen können, denn es ist nicht viel los.

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Es gibt ein Industriemuseum…

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…und schwedens älteste Eisenbrücke hinter der ältesten Schleuse des Göta Kanals…

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…wo wir den Nachmittag abschalten…

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Unser Nachbar in seinem umgebauten Fährschiff machts ähnlich…

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