Mariehamn, Åland Inseln

Am nächsten Tag ging es weiter nach Mariehamn, der Hauptstadt und einzigen Stadt auf den Åland Inseln. Es waren nur 20 nm und um pünktlich anzukommen sind wir auch an diesem Tag früh gestartet. Es war windig, 5-6 Windstärken. Nach kurzer Zeit haben wir gerefft, um bei gleicher Maximalgeschwindigkeit von knapp 7 Knoten den Druck zu vermindern. Da wir von Osten kamen, wollten wir eigentlich an den Osthafen fahren, spontan entschieden wir uns dann kurz vor der Abzweigung für den Westhafen. So hatten wir später eine kürzere Strecke auf dem Weg nach Schweden. Auf dem Weg passierten wir schöne Schärengärten und unser Weg wurde neben etlichen Segel- und Motorbooten regelmäßig von großen Fähren geteilt. Der riesen Hafen am Fahrwasserrand sahen wir schon von Weitem. Wir passierten den großen Fährterminal und die Pommern, einen alten Fracht-Viermastsegler. Mit uns fuhren mindestens 5 Segler auf die Stege zu. Zeit fur die Ellenbogen. Es war mittags um 13 Uhr und der Hafen war schon sehr voll. Die erste Lücke die wir erspäht hatten, wurde von dem Nachbarboot an „seine Freunde“ – beides Schweden, die kurz hinter uns kamen, vermittelt, bevor wir reinfahren konnten. Wir fanden an einem anderem Steg eine enge Lücke zwischen zwei Booten. Nach finnischem Stil nutzen wir die paar Zentimeter und quetschten uns ganz langsam rein. Einer Back- und einer Steuerbord zogen wir uns an den benachbarten Booten in die Lücke. Wenn der Wind es zulässt und man den anderen Booten am Steg Zeit gibt sich neu zu arrangieren funktioniert das gut. Die finnische Methode bei Wind mit Vollgas rein, werden wir wohl trotzdem nicht ausprobieren. Nach dem Anlegen fing es an in Strömen zu regnen, wir entschlossen uns erstmal Mittagsstunde zu machen. Beim Laufen enttdeckte ich in der Innenstadt einen Public Viewing Platz, der das heutige WM Finale zeigen würde. Es saßen schon um 18 Uhr die ersten Leute auf den vielen Bänken und tranken Bier. Nach Sauna, Duschen und Abendessen gingen wir dann auch los. Ich brachte natürlich unseren Miniatur-Adenauer mit, den ich an einem Zweig festband. Als wir um 21 Uhr ankamen, gab es noch viele freie Plätze. Wir setzten uns ganz nach vorne und tranken Birnen- Cider und Bier. Als das Spiel los ging war der Platz voll. Es gab kaum Anzeichen von Fanzugehörigkeiten und kaum Anzeichen von Spannung. Aberimmerhin waren sie da und haben mit uns geguckt. Die WM Spiele zuvor saßen wir ja meist alleine vorm Fernseher. Neben uns saßen schwedische Segler, mit denen wir uns zwischendurch gut unterhalten haben. Sie und viele anderen gingen nach der Hauptspielzeit. Es regnete inzwischen und wir saßen alle in unserem grünen, vom Veranstalter gesponsorten Regenponcho. Am Schluss war ich vielleicht etwas angetüddelt, als ich unsere Flagge wild durch die Luft schwang und mal „Deutschlaand, Deutschlaaand“ und mal „Tyskelaand, Tyskelaaand“ rief. Die Leute freuten sich für uns. Richtig Stimmung kam aber nicht auf, jedenfalls nicht bei den anderen. Also gingen wir nach Hause. Wegen schlechter Windbedingungen blieben wir 4 Nächte in Mariehamn. Wir machten endlich mal wieder Wäsche und schauten uns die Stadt an. Die Stadt ist nicht schön. Wir hatten eine altes Fischerstädchen erwartet, es war aber eine hässliche Innenstadt mit alten Funktionsbauten. Die Häuser in den Wohngegenden waren allerdings sehr schön. Bunte Holzhäuser, wie wir sie aus Finnland kannten. Wir gingen in das Maritime Museum und besichtigten die Pommern. Außerdem bastelten und putzen wir am Boot rum. Petrolium trat beim Erhitzen aus dem Herd, was dazu führte, dass wir die Flamme nur mit der Löschdecke, die wir mit Wasser befeuchteten, löschen konnten. Den Herd konnte Jan aber glücklicherweise reparieren. Am dritten Tag bekam ich einen Bordkollar und flüchtete mich beim Laufen in die Berge. Nach Auslauf und der täglichen Sauna, war das aber auch wieder vorbei. Wenn wir länger als 3 Tage in einem Hafen sind und es nicht viel gibt, was man sich anschauen kann, wird mir die Atacama schnell zu eng. Joggen oder spazieren gehen hilft da dann sehr gut. Am nächsten Tag ging es dann ja auch endlich weiter.   Hier segeln wir nach Mariehamn rein… DCIM100MEDIA   … und in den Schären bei Sonnenschein macht es Spaß, wie man hier sieht… DCIM100MEDIA …oder hier… DCIM100MEDIA   Mariehamn enttäuscht uns etwas, sehenswert finden wir eigentlich nur den Hafen, wie z.B. die „Pommern“… IMG_2730   …oder die Flaniermeile, der West-Hafen selbst… IMG_2728   …mit Restaurants und der Schickeria… IMG_2764

Auf der Ostseite gibt es auch den noch größeren Ost-Hafen… IMG_2760

… aber der eigentliche Grund, warum Mariehamn an diesem Sonntag so voll war, war das Public-Viewing des WM-Finales… DCIM100MEDIA

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