Karkö, Åland Inseln

Von Korpoström ging es weiter nach Karkö. Es war ein windiger Tag. 5-6 Windstärken von vorne. Wir haben etwas länger geschlafen und waren auch morgens noch nicht sicher, ob wir überhaupt los wollten. Aber nachdem wir das Wetter noch einmal gecheckt hatten, entschieden wir uns doch dafür weiterzufahren. Es war sportlich mit gerefften Segeln am Wind. Unser Ziel war allerdings nur 25 nm entfernt und zwischen den Schären waren wir größtenteils geschützt vor Wellen. Selbst bei starkem Wind bauen sich hier zwischen den Inseln nur niedrige Wellen auf, was sich äußerst positiv auf meine Seekrankheit auswirkt. Seit Helsinki war ich nicht mehr seekrank.

Da wir erst nach 12 Uhr mittags den Hafen verließen, kamen wir erst gegen 17.30 Uhr in der Bucht in Karkö an. Schon als wir rein fuhren bemerkten wir, dass ungewöhnlich viele Boote vor Anker lagen. Kein gutes Zeichen. Das bestätigte sich dann auch. Es gab zwei Häfen in der Bucht, beide waren voll. Wir sahen ein Paar aus Dragesviken, die am Steg standen, uns zu winkten und versuchten einen Platz für uns zu suchen. Leider erfolglos, da manche eigenartigen Segler sich bei solchen Bedingungen langseits an den Steg legen und damit 3 Plätze besetzen. Aber sie hatten bestimmt einen Grund. Eine Oma im Rollstuhl zum Beispiel.

Also mussten wir uns auch einen Ankerplatz suchen. Die Umstände waren doof: Die Bucht war klein und schon relativ voll. Es war windig und wir waren nach unserem erstenmal noch etwas unsicher. Vor allem ich vermutete überall Steine oder plötzlich flacher werdenden Grund. Jan hat uns dann nach Berechnung der Änderung der Windrichtung und der Länge der Ankerleine einen schönen Platz gesucht. Hätte der Anker sich gelöst wären wir im Nu auf der kleinen 20 m entferten Insel gestrandet. Obwohl wir stark gegenan gefahren sind und sich der Anker nicht löste, vertrauten wir dem Ganzen noch nicht wirklich. Wir stellten Echolot wieder an und aktivierten ein Warngeräusch des Plotters, wenn wir uns zu weit entfernten. Das Echolot haben wir schnell wieder ausgeschaltet, nachdem wir bei jedem Fehlalarm (Fische, Algen etc.) einen halben Herzinfarkt bekommen hatten. Der Plotter funktionierte auch nicht gut. Er war erstmal viel zu leise und wir würden ihn im Schlaf nicht hören. Und dann piepte er auch zu oft, da wir um den Anker ca. 45° swojten, also pendelten. Damit distanzierten wir uns zu weit vom Bezugspunkt.

Es war also eine unruhige Nacht. Aber immerhin haben wir am nächsten Tag sicher aus der Bucht gefunden. Das Cockpit war leider ähnlich verschlammt. 30 min haben wir gebraucht, um den Anker rauszuzerren und zu verstauen. Wir wünschen uns immer sehnlicher diesen Knopf auf den man drückt und der Anker wird automatisch hochgezogen und verschwindet in einer Kiste.

Als wir an unserem Zielhafen ankommen, hängen schon je 3 Boote an einer Heckboje…

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…Alternativhäfen aus dem Hafenhandbuch sind auf der anderen Seite des Archipels und wahrscheinlich ebenso voll gepackt…

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…also lassen wir den Anker fallen neben diesem Briten…

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…und beginnen das Ankerritual… Ankerball, Back-Up Ankerlicht, Ankeralarm, Echolot-Alarm… etc.

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