Lohusalu, EST

Lohusalu war nicht weit weg. Wir waren ca. 5 Stunden unterwegs. Komisch wie eine Ziel, das eine Reise von 5 Stunden beansprucht, plötzlich nicht mehr weit weg ist. Jeden Tag 4-10 Stunden autofahren, erscheint mir unerträglich, mit dem Boot ist das anders. Meistens jedenfalls 🙂 Heute hatten wir sogar mal Glück. Auf Halbwind-Kurs konnten wir schön mit 6 Knoten segeln. Es war kalt, 6° unten im Boot. Im Wind froren uns die Nasen ein und wir suchten Schutz hinter der Sprayhood. Die Strecke war schön. Wir fuhren an Inseln und Häfen vorbei. Als wir im Hafen ankamen, war dieser schon sehr voll. Zu zweit oder sogar zu dritt lagen die Boote an Heckbojen. Neben den Hamburgern und den Flensburgern gab es viele Finnen im Hafen. Seit Kihnu waren Finnen die Mehrheit in jedem Hafen. Doch entgegengesetzt den Deutschen und Holländer fuhren sie in die andere Richtung. Wie immer war die Atacama die Kleinste. Neben einer sehr großen finnischen Yacht, konnte man sie kaum sehen. Der Hafen war super. Sehr saubere Sanitäranlagen zu einem guten Preis. Direkt am Wald gelegen und mit schönem Blick auf eine Bucht mit weißem Strand. Und die Sauna war gratis. Gegend Abend strömten allerdings alle Finnen mit Bier und Cider bawaffnet ganz aufgeregt Richtung Bad und es war schwer einen freien Platz in der Sauna zu ergattern. Da es seit kurz nach unserer Ankunft in Strömen regnete machten wir es uns im Boot gemütlich.

Am nächsten Tag war der 23. Juni und damit Mittsommernacht in Estland. Am 24. ist gesetzlicher Feiertag und mit Weihnachten einer der wichtigsten Tage des Jahres. Es regnete den ganzen morgen in Strömen. Am frühen Nachmittag klarte es auf und wir nutzen die Gelegenheit, um uns die nähere Umgebungen anzuschauen. Das Dorf Lohusalu war etwas weiter weg und wir beschränkten uns auf das Wohngebiet hinter dem Hafen. Wir fanden eine Villa neben der anderen und es war schwer einen Weg zwischen den Villen zum Strand zu finden, da alle Grundstücke umzäunt und die Wege privat waren. Die freundliche Besitzerin eines kleinen Museums zeigte uns schließlich einen Weg durch ihren Garten zum Strand. Der Strand und die Bucht waren sehr schön. Zwischen den viele Findlingen guckte auch ein altes Wrack aus dem Wasser. Als wir zurück waren arbeitete Jan an einem Skript für seinen Flugsimulator. Ich entschied mich nochmal laufen zu gehen. Im Sonnenschein joggte ich am Strand einmal um die Bucht. Dannach ging ich in die Sauna.

Die Mittsommernachtsparty sollte direkt am Hafen stattfinden. Es war ein großes Lagerfeuer am Wasser aufgebaut. Im Laufe des Nachmittags wurden eine Bühne und Bier- und Bratwurststände aufgebaut. Der Himmel hatte sich wieder zugezogen und es regnete immer wieder. Als wir gegen 21 Uhr mit dem Abendessen fertig waren und das Feuer angezündet wurde, gingen wir auch rüber. Die Tanzfläche war schon voll und die Esten tanzten ausgelassen zu den Liedern der Live-Band. Diese Band spielte nur estnische Musik und nicht ein einziges englisches Lied. Wir gesellten uns zu der deutschen Gruppe und tranken heißen Holunderbeersaft, den die Hamburgerin mitgebracht hatte. Wir genossen die Atmosphäre, das Lagerfeuer und sogar die Musik. Als wir uns in die Koje verkrochen hatten, war die Party noch in vollem Gang. Selbst die laute Musik, die noch bis 3 Uhr spielte, störte uns nicht beim Schlafen.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, qualmte das Feuer noch immer. Das Deck war bedeckt mit einer dünnen Schicht Ruß. Wir machten uns und die Atacama fertig und fuhren weiter nach Tallinn.

 

Der Hafen von Lohusalu war ungewohnt voll, aber wir waren nicht die letzten und der Hafenmeister hätte sicher noch einige mehr untergebracht…

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… denn es scheint für viele Esten und Finnen eine Anlaufstelle für das Mittsommerfest zu sein.

Es ist bitter kalt und die Wolken wechselhaft. Doch das Licht ist toll…

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Hier ein Bild für Kitschquote. Kurz vor Mitternacht in Lohusalu…

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Aber wir schauen uns auch in der nahen, schönen Bucht um…

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… uns gefällt was wir sehen. Gerne würden wir baden gehen, wenn nur die Temperaturen 20° höher wären…

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… daher beschränken wir uns aufs Spazierengehen…

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Am Abend beginnen dann die Festlichkeiten, Regen hin oder her, es wird gefeiert…

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…und es erinnert etwas an die Osterfeuer bei uns, nur etwas festlicher und nicht so dunkel, trotz Mitternacht…

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Der einzige Ort wo es Johanna warm genug ist…

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