Kihnu, EST

Von Salacgriva steuert wir als nächstes Kihnu, unseren ersten Hafen in Estland an. Kihnu ist eine kleine wunderschöne und ruhige Insel. Die Überfahrt war scheiße. Wirklich richtig doof. Es war kalt und bewölkt. 6 Windstärken gegenan und die 2 m hohen Wellen haben uns wild durch die Gegend geschleudert. Immerhin konnte Jan segeln. Ich hingegen konnte gar nichts mehr. Doch ich konnte meinen Brech-Rekord brechen. Und den Klodeckel, den habe ich auch gebrochen. Und als ich unten auf dem Boden lag ist mir eine Banane ins linke Auge gefallen. Nichts passiert. Und das trotz Armbänder, trotz Tabletten
und dem vollem Programm. Sogar Jan wurde draußen etwas schlecht, aber nachdem er etwas gegessen hatte ging es ihm wieder gut. Als wir anlegten war wie immer wie auf Knopfdruck alles wieder ok. Wir waren beide ziemlich erschöpft, aber ich habe mich nicht mehr so schlecht gefühlt. Die Sonne schien und wir aßen Mittag, während wir über den Weltempfänger auf der Suche nach einem deutschen Sender waren, der Fussball übertragen könnte. Trotz einer an dem Mast hochgezogenen 5m Antenne, konnten wir keinen deutschen Sender aufspüren. So gingen wir einfach los, der einzigen Asphaltstraße folgend Richtung Inselinneres.

Wir fanden einen kleinen Laden der auch WiFi-Zugang hatte. Dort merkten wir dann auch, daß das WM-Spiel gegen Portugal doch erst am nächsten Tag stattfand. Aber wir trafen eine Kanadierin, welche uns einen Tipp gab, wo wir das Spiel im Fernsehen sehen könnten. Die Auswahl war nicht schwierig. Es gibt ein Restaurant, welches gerade renoviert wird und daher geschlossen ist und es gibt einen Imbiss, etwa genau da, wo wir gerade herkamen. Der Imbiss, welcher zu einem Hostel gehört, sollte es also sein.

Am nächsten Tag, nahm der Nordwind noch zu und wir blieben zwangsweise auf der Insel. Der Hafen füllte sich langsam mit Booten, die dem Wetter draußen aus dem Weg gehen wollten. Überwiegend Finnen, aber auch Briten. Jan hatte sich den Rücken verspannt und war nicht fit, so passte der Hafentag ganz gut, um sich etwas zu entspannen. Johanna erkundete etwas die nähere Umgebung des Hafens und ging Joggen – sehr vorbildlich! Gleich hinter dem Hafen beginnt ein wunderschöner Kieferwald, deren Boden von Moos bedeckt war und aussah wie bei Ronja Räubertochter. Hier konnte man sehr schön laufen.

Am Abend gingen wir dann rechtzeitig zur „Rock City“, dem kleinen, und z.zt. wohl einzigen Lokal auf Kihnu. Da wir nicht abschätzen konnten, wer sich wohl für das WM Spiel interessiert, waren wir 30 min früher da. Wie sich rausstellte eine überflüssige Maßnahme. Als das Spiel angepfiffen wurde, waren wir die einzigen Gäste. Wir aßen die lokale Hausmannskost Paaroogi und Burger – günstig und lecker – und genossen den Abend und die gute Show, des deutschen Teams.

Abends hatte der Wind weiter gedreht und blies nun kräftig aus nördlicher Richtung. Der Hafen ist fast offen gegenüber nordöstlichen Winden und das Hafenwasser schäumte und wurde sehr kappelig. Die Atacama zappelte und bockte derart am Steg, daß wir es unter Deck kaum aushielten. Johanna lief schon wieder grün an. Wir zogen in die Salonkojen mitschiffs und schliefen auf der Couch. Dennoch konnte Jan diese Nacht keinen Schlaf finden und war am nächsten morgen entsprechend gut gelaunt.

Der Wind blieb auch am nächsten Tag und wir blieben daher weiter im Hafen. Das Bocken und Zappeln am Steg ging weiter. Erst am Nachmittag drehte der Wind zurück auf Nordwest und es wurde besser. Wir machten einen ausgiebigen Spaziergang auf die andere Inselseite und erkundeten die kleinen Siedlungen und Straßen auf der Insel, die uns zunehmend gefielen. Alles war mit viel Liebe zum Detail gepflegt und ein bisschen verspielt – sogar der Friedhof spiegelt die Gelassenheit wieder, die wir überall spüren. Die Häuser waren überwiegend bunte Holzhäuschen mit angebauten Schuppen und Parkplatz für den Pickup. Auf dieser Insel schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Bisher zählt Kihnu zu einem unserer Lieblingsorte.

Als wir am Abend zurück in den Hafen kamen, ist auch eine andere deutsche Crew eingetroffen. Der Ostsee-Rund-Circus 2014 bleibt überschaubar und man trifft immer mal die gleichen Boote wieder. Es wird kurz geschnackt und Infos ausgetauscht und dann ziehen alle wieder ihren Weg.

Wir wollen morgen eine vorhergesagte Lücke im Starkwind nutzen und uns weiter in Richtung Norden auf den Weg machen. Weiter zwischen den estnischen Inseln durch.

Der Ausblick von unserem Zuhause auf den Hafen, die Flachwasserstellen, sind zum Glück durch das klare Wasser gut sichtbar:

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Im Windschatten der Insel, läßt es sich gut spazieren gehen:

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Hier in der „Rock City“, gehen wir abends essen und schauen uns das WM Spiel Deutschland vs Portugal an:

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Der Andrang auf das einzige geöffnete Lokal in Kihnu hält sich in Grenzen – Keiner macht uns unsere Couch streitig…

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Wir gehen die Insel erkunden…

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…die Straßen von Kihnu sind schon verwirrend. Nur die Hauptstraße ist geteert, dann weiß man wieder wo man ist…

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Auf der anderen Seite der Insel angekommen…

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…stoßen wir wieder auf Wasser – was für eine Überraschung…

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… und machen das obligatorische „Turtel-Segler-Foto“:

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Die kleinen Siedlungen sind hübsch und wirken sehr einladend und gemütlich…

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… wenn auch rustikal…

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… selbst der Friedhof, strahlt eine gewisse Gelassenheit aus…

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