Haapsalu, EST

Wir legen wie gewöhlich als letzte Crew des Wandercirkus-gen-Norden ab und bolzen uns gegen steile, kurze Wellen nach Norden. Es ist überall recht flach hier, so müssen wir uns an die Fahrwasser halten. Trotz Sonne ist die steife Brise aus Nord zusammen mit der in den kurzen Wellen stampfenden Atacama unangenehm und anstrengend. Die letzten 2h im engen Fahrwasser vor Haapsalu frischt es weiter auf und wir sind froh, trotz der schönen Landschaft der vielen kleinen Inseln, endlich im Hafen anzukommen.

Auch hier ist die Marina nagelneu – aber dazu auch teuer. 30 Euro zahlen wir für die Nacht. Das ist neuer Rekord auf dieser Tour. Wir klarieren das Deck, packen die Segel ein und machen uns auf den Weg ins Dorf. Mit unserem Hackenporsche im Schlepp natürlich, da wir auch einkaufen wollen. Die Stadt ist ein alter estnischer Kurort und somit auch auf Tourismus ausgerichtet. Es ist alles sehr gepflegt, sauber und man sieht das viel investiert wird. Die Sonne scheint und es gefällt uns, auch wenn es noch kälter geworden ist. Es sind mittlerweile weniger als 10° C und so ist in dem Restaurant in dem wir Abendesen gehen wollen auch drinnen schon alles besetzt. Wir essen unsere Pizza draußen, auch wenn wir frieren.

Das Stadtzentrum liegt um die Ruine einer mittelalterlichen Burg herum. Auch hier ist jedes der Holzhäuser bunt angestrichen. Knallpink bis minzgrün, alles dabei. Die Gebäude erinnern an alte amerikanische Holzhäuser jedes mit großer Veranda. Es gibt viele kleine Restaurants und Läden. Auch hier wirkt alles gepflegt und liebevoll errichtet. Es ist viel los im Dorf, das wohl tatsächlich ein beliebtes Ziel unter den Esten ist. Wir finden auch einen Geldautomat und einen Supermarkt in dem wir unsere Vorräte wieder auffüllen können. Schwer bepackt und stöhnend schleppen wir unsere Tüten und vollen Trolley zurück zum etwa 2-3 km entfernten Hafen.

Am nächsten Tag wollen wir erst am Nachmittag los, da die Vorhersage für den Nachmittag einsetzenden Westwind prognostiziert hat. Wir machen noch eine Einkaufstour und starten am Nachmittag zwar bei Sonnenschein, aber nachwievor eiskaltem Nordwind. Wie gehabt 5-6 Bf gegen an. Zum Glück ist das Wasser die ersten 2 Stunden flach und im Schatten der Inseln, daher kaum Welle. Als wir nach 2,5h dann aber das Fahrwasser und damit die estnischen Inseln hinter uns lassen, kommt uns eine gespenstisch hohe Dünung entgegen. Lange 2 Meter hohe Wellen. Doch der Wind hat sich nun doch an die Prognose erinnert, etwas nachgelassen und ist leicht auf West zurück gedreht. Über uns strahlend blauer Himmel, nur am Horizont kündigen Cirren die nächste Front an. Wir können trotz der Wellenberge schön Segeln und Johanna hält tapfer durch. Trotzdem beschließen wir, es nicht drauf an kommen zu lassen und steuern den nächsten Hafen an. Die Sonne geht erst gegen 23h unter und bleibt nicht lange weg. Die Nacht ist nicht mehr als eine konstante Dämmerung und man verliert schnell das Gefühl für Zeit. Mittsommernacht naht!

 

Haapsalu ist auf 3 Seiten von Wasser um geben und hat dazu noch einen Binnensee fast in der Mitte. Hier der Blick auf die östliche Seite und im Hintergrund unser bisher teuerste Hafen.

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Hier der Blick auf den Binnensee zwischen den 3 Seiten zur Ostsee:

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Auch hier bereitet man sich auf das in Estland wichtigste Fest des Jahres vor – Mittsommer:

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… wir gehen shoppen…

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…und erkunden dabei das Dorf, anfangend im eher heruntergekommenen Hafenbereich…

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… hin zu den Villen rund um das Stadtzentrum…

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… wo es sehr gepflegt ist…

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Das Zentrum liegt rund um eine mittelalterliche Burg…

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… und dort ist auch der Kern des Tourismus…

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…trotz der polaren Temperaturen…

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2 Kommentare zu „Haapsalu, EST“

  1. Hallo.
    Mit Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen. Wir fahren in diesem Jahr (allerdings mit Fähre und Auto) nach Lettland. Auf keiner website finde ich jedoch etwas über die Preise in Lettland nach der Umstellung auf Euro. Könnten Sie mir mal so ein paar Durchschnittspreise (für Brot, Milch, Butter, Käse o.ä.) mitteilen?
    Das wäre sehr nett.
    Vielen Dank und weiter gute Reise.
    Gruß Amann

    1. Moin Amann,

      Genau Preise können wir dir jetzt nicht nennen, aber Lettland ist tendenziell etwas günstiger als Deutschland. Wenn man sich an den Einheimischen orientiert und auf den Stadtmärkten das frische Gemüse kauft, sogar ein gutes Stück günstiger.

      Grüße aus Tallinn

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