Roja, LV

Unser nächstes Ziel nach Ventspils hatten wir nicht genau festgelegt. Wir wollten je nach Verfassung so weit wie möglich in Richtung Riga kommen. Wir hatten mal wieder weniger Wind als vorhergesagt und mussten mal wieder motoren. Aber die Sonne schien und es war warm. Noch spielte das Wetter mit, aber am Horizont waren schon dunkle Wolken zu sehen. Der Wind wurde etwas mehr, drehte sich dann aber, sodass er direkt von vorne kam und nahm uns die Chance zu segeln. Erst als wir abends kurz vor dem Kap Kolka den Kurs wechselten, konnten wir den Motor endlich ausschalten.

 

Das Wetter ignorierte weiter sämtliche Vorhersagen und die Wellen wurden ungemütlich. Wir überlegten lange hin und her, ob wir nach Ruhnu, einer Insel, segeln sollten oder wie geplant die Küste runter gegen Wind und Welle bolzen sollten. Wir entschieden uns ersteinmal dem nächsten Hafen an der Küste anzusteuern. Nach kurzer Zeit, die dunklen Wolken hatten uns langsam eingeholt, sahen wir die ersten Blitzen. Sie waren zwar noch weit weg, aber sie bedeckten den gesamten Süd- und Osthimmel. Wir änderten unseren Kurs nach Westen und hofften das Gewitter würde vorbei ziehen. Das tat es leider nicht. Kurze Zeit später waren wir mittendrin. An allen Seiten zogen lange Blitze durch die schwarzen Wolken. Es war beängstigend, aber auch unglaublich beeindruckend. Wir schalteten alle elektrischen Geräte aus, machten alle Schotten zu und banden uns im Cockpit fest. Das Gewitter erwies sich, leider nicht, wie wir gehofft hatten, als eine  kurze Front, sondern als mehrere ausgedehnte Gebiete. Die Bucht von Riga wurde zu einem Hexenkessel und die Nacht zog nur sehr langsam über uns hinweg.

 

Zwischendurch regnete es immer wieder stark. Es sich der Himmel aufklarte, dachte wir, wir hätten es überstanden. Am Himmel zog allerdings schon die nächste Front auf. Während ich unten ganz erschöpft von Übelkeit geplagt eingeschlafen war, entschied Jan kurzfristig tatsächlich in den nächstgelegenen Hafen Roja einzulaufen, obwohl wir uns eigentlich eine längere Strecke vorgenommen hatten. Die Morgendämmerung setzte ein, als wir in den Hafen einliefen. Es wirklich friedlich und verschlafen. Der Hafen war voll. Wir legten uns notgedrungen an einen halben Steg und tranken unser Anlege-Bier totmüde im Cockpit. Die dunklen Wolken zogen weiter und der blaue Morgenhimmel zeigte sich.

Um 5.30 gingen wir schlafen, als um uns herum langsam das Dorf aufwachte.

Anfangs war das Wetter noch recht freundlich, wenn auch gegen uns…

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… und es blieb bei einzelnen Schauern…

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…Ich mußte öfters mal das Groß raus und reinholen, am Ende dann zu einem Minimum reffen, denn um Mitternacht gerieten wir und die Riga Bucht komplett in ein Gewitter.

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Am Morgen war der Spuk vorbei und wir endlich im Hafen. Hier sieht man noch die Rückseite des Unwetters…

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Der nächste Tag wird warm und schön. Ich verlege ein neues Kabel für das Navi-Licht, die vorherige Reperatur hat nicht gehalten…

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Am nächsten Morgen verlassen wir das ruhige Roja um 5 Uhr morgens, die Sonne ist schon unterwegs…

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