Pavilosta, LV, Tag 1-3

Am nächsten Tag wachten wir bei starkem Regen und Gewitter auf. Als wir gegen 11 Uhr den Hafen verließen, hatte sich den Regen etwas beruhigt.  Eingepackt in Regenbekleidung fuhren wir von Liepaja nach Pavilosta. Kein Wind, nur Motor. Keine Sonne, nur Regen und natürlich wiedermal Nebel. Welch eine Überraschung kurz hinter der Hafenausfahrt wurde es langsam diesig und Nebel zog auf. Zusätzlich nervten mich die komischen Wellen mal wieder. Sie sehen teilweise so unscheinbar aus, können die kleine Atacama aber gemein zum Schaukeln bringen. 5 Stunden später kamen wir genervt in Pavilosta an. Wir hatten genug von Nebel, Kälte und schwachem Nordwind. Was ich inzwischen gelernt habe ist, dass es perfektes Segelwetter höchstens einmal im Monat gibt. Es stimmt immer etwas nicht und es gibt zu viele Faktoren, die unsere Touren beeinflussen. Wind, Wellen, Nebel und das obwohl wir keinen Anspruch an Sonne und Wärme erheben.

Jan meinte, er hätte keine Lust mehr durch den verdammten Nebel zu motoren. Nachdem die letzten 3 Törns durch den Nebel gingen, will er erst wieder weiter fahren, wenn sich die Bedingungen ändern. Als wir in den Fluss nach Pavilosta einfuhren, wurden wir mit einem „Moin“ eines deutschen Camper, der am Fluss saß und angelte, begrüßt. Nach dem Anlegen und auf der Suche nach dem Hafenmeister klopfte ich den Zollbeamten wach, der mit grimmigem Gesichtsausdruck den Hafenmeister anrief. Der Hafenmeister meinte später lachend, dass die Zollbeamten hier 24h und 365 Tage im Jahr im Stand-by leicht überfordert sind, wenn denn mal ein Boot sich in den Hafen verirrt. Er war es also nicht gewohnt, dass er gestört wurde. Ich musste ihm unseren letzten und nächsten Hafen, Name und Länge des Bootes nennen.

Der nette deutschsprechende Hafenmeister, der mit seiner Elbschiffermütze aussah wie ein richtiger Hamburger Jung, meinte es sei den ganzen Juni neblig und er würde sich freuen, wenn wir so lange bleiben würden. Er sprach perfekt Deutsch, was er von Stephan Raab aus dem Fernseher gelernt habe. Pavilosta ist ein sehr kleines gemütliches Dorf. Es gibt eine asphaltierte Hauptstraße und viele Nebenstraßen aus Sand. Es scheint ein wohlhabendes Dorf zu sein, da es im Vergleich zu Liepaja, viele neue Häuser gibt. Umrandet ist das Dorf von einem schönen Strand und dem Fluss, in dem sich auch der kleine Yachthafen befindet.

Am  nächsten Tag blieben wir auch hier – an den extremen Geruch nach Räucherfisch haben wir uns schon gewöhnt. Wir wuschen Wäsche und machten auf dem Boot klarschiff. Jan schraubte stundenlang an einer Lampe rum (Anm. von Jan: Eine Positionslampe ist ausgefallen, d.h. ein hinterlistiger Kurzschluss hat mir alle Sicherung die ich als Reserve mit hatte verbrannt. Mit einem Multimeter bewaffnet gelang es mir in einem langen, zähem Kampf den Kurzschluss zu finden und zu beseitigen. Nun brauchen wir nur wieder neue Sicherungen…) und ich telefonierte erst lange und oft mit der Deutschen Post und schaute mir dann das Dorf an. Ich wanderte durch die Straßen, am Strand und durch die Dünen. Ich hatte das Handfunkgerät dabei und Jan und ich funkten. „Johanna Johanna Johanna ATACAMA kommen.“ „ATACAMA ATACAMA ATACAMA Johanna, was gibt’s?“ Dann haben wir uns ausgetauscht, was wir so machen. Mit Eis bewaffnet kam ich zur Rettung des von der Elektrik genervten Jans zurück zum Boot. So verging wieder ein Tag im Flug. Mal schauen was der Nächste bringt. So lange es kein Nebel ist, ist alles ok, alles auf dem Weg.

Den nächsten Tag haben wir ebenfalls in Pavilosta verbracht. Wir haben ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und gelesen. Am Nachmittag haben wir einen  einen ganz langen Spaziergang an der Küste gemacht. Es war warm und die Sonne schien herrlich. Unsere Füße haben hier das erste mal in diesem Sommer Kontakt mit dem Ostseewasser aufgenommen. Wir sind einen Teil der Strecke auch durch den angrenzenden Kiefernwald gelaufen. Es war ein wirklich schöner entspannter Tag.

Impressionen von unserem Liegeplatz in der Abendstimmung. Auf Grund der Zeitzone und der nördlichen Lage ist es hier z.Zt. um 22h noch taghell.

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Wir gehen durch das Dorfzentrum. Keine aufregende Sache….

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Anschliessend zum Strand und blicken auf die Jetty von Pavilosta und…

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… machen einen ausgiebigen 4h Strandspaziergang an einem wunderschönen, einsamen Sandstrand…

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… anfangs noch frisch…

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… wird es am späten Nachmittag noch ein richtiger Sommertag…

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… und wir geniessen die Pause von der Kälte und dem Nebel…

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… auch wenn es zum Baden noch nicht ganz reicht, ein erster Schritt…

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