Gdansk, PL, Tag 2-4

Unsere segelfreien Tage in Danzig haben uns gut getan. Ein paar Tage am Stück in einem Hafen waren sehr erholsam. Endlich Urlaub! 🙂 Lange ausschlafen, Sightseeing und Essen gehen. Außerdem hatten wir endlich in Ruhe Zeit, uns um der Blog zu kümmern. Leider reichte das Wlan der Marina nicht bis zum Boot, aber im Gebäude des Bootsmanat (Hafenmeister), indem es auch sehr gute sanitäre Anlagen und Waschmaschinen gab, standen bequeme Sessel, auf denen wir viel Zeit verbracht haben.

Am zweiten Tag haben wir uns das Stadtzentrum angeschaut. Es war ein schöner Tag mit strahlend blauem Himmel. Wir sind umher geschlendert und haben Eis gegessen. Dann sind wir auf den Turm der St. Marienkirche gestiegen. 470 Stufen – die ersten 300 in einer engen Wendeltreppe. Aber es hat sich gelohnt, der Ausblick war toll. Abends waren wir essen in einem Restaurant an der Flusspromenade mit schönem Blick auf das Wasser und natürlich unseren Segelhafen. Als Vorspeise gab es polnische Pirogi (Teigtaschen) und danach Fisch. Sehr lecker!

Am dritten Tag haben wir einen Ausflug zur Westerplatte gemacht. Wir aßen zuvor bei einem Thailänder zu Mittag. Endlich mal wieder asiatisches Essen! Dann fuhren wir mit einer öffentlichen Fähre den Fluss runter Richtung Meer. Da wir uns noch eine Burg auf dem Weg anschauen wollten, stiegen wir spontan eine Station früher aus. Der Junge auf der Fähre, der gut englisch sprach, meinte es sei kein Problem von hier aus zu Fuss zur Westerplatte zu laufen. 1000m sagte er. Als wir bei der Burg waren stellen wir fest, dass sie geschlossen war. Als wir an dem alten Holztor klopften, öffnet uns leider kein Burgfräulein. An dem kleinen Yachthafen neben der Burg fragten wir ein polnisches Pärchen nach dem Weg zur Westerplatte. Sie guckten ganz erstaunt und meinten es sei faaaar, 2-3 km. Also marschierten wir los. Um den Weg abzukürzen bogen wir kurzerhand in einen kleinen Waldweg. Leider hatten wir vergessen, dass wir uns immernoch auf dem sternförmigen Burggebiet befanden, welches von einem einem zweiten Graben umrahmt war. Also mussten wir zurück zur Straße gehen. Der Wald verschwand nach kurzer Zeit und wir liefen durch ein hässliches Industrie- bzw. Hafengebiet. Rechts und links alte verlassene Fabriken oder meterhohe Kohle- und Schuttberge. Es war kein besonders idyllischer Spaziergang und wir hofften nur irgendwann sicher da anzukommen, wo wir hin wollten. Das erste Zeichen waren die Reisebusse. Ein gutes Zeichen für eine Sehenswürdigkeit. Kurz hinter dem Parkplatz machten wir noch einen kurzen Ausflug zum Meer. Lange nicht gesehen. Es war wild. Hohe Wellen und ein stürmischer dunkler Himmel. Am Wasser entlang gingen wir zur Westerplatte. Es war sehr interessant und die Ausstellwände waren informativ und haben den Kriegsbeginn und die Ereignisse vom 01. bis 07. September 1939 gut dargestellt. Da die letzte Fähre, die wir eigentlich nehmen wollten, zu dieses Jahreszeit nicht fuhr, stiegen wir in den Bus ein, der zufällig gerade ankam. Auch der Busfahrer sprach Englisch und half uns.

Als wir von der Westerplatte zurück kehrten, fiel mir sofort auf: Der Adenauer war weg! Unsere Nationalflagge musste scheinbar vom Wind abgeweht worden sein, nachdem ich sie am morgen nicht fest genug angebunden hatte. Am nächsten Tag versuchten wir vergebens eine neue Flagge zu kaufen „not the most popular one“ sagte ein Verkäufer lachend. Der Bootsmanat meinte, sie hätten hier ein Flaggenproblem. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als erstmal eine kleine Gastlandflagge zu kaufen. Diese ist ca. 1/12 so groß, wie die Flagge unseres Nachbarn. Ob sie überhaupt erkannt wird, ist fraglich. Am Nachmittag liefen wir mit unserem rotem Einkaufstrolley los, um bei einer Tankstelle neuen Reservediesel zu kaufen. Außerdem deckten wir uns bei Lidl mit Lebensmitteln ein. Wer weiß, wann wir das nächste Mal so einen großen Supermarkt finden.

Morgen geht es endlich weiter. 125 nm nach Kleipeda. Bei 4 nm die Stunde ca. 31 Stunden. Woohoo. 🙂

Hier der Blick auf die Altstadt:
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Impressionen von den aus den Ruinen des 2ten Weltkriegs wieder aufgebauten Häuserfronten:
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Vom Ausblickspunkt hoch oben auf dem Turm der St.Marienkirche:
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Hier noch was für die Freunde des Blechbiegens:
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Abends gehen wir polnisch Essen:
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Direkt an der Waterfront:
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Auf der Atacama ist auch mal Waschtag:
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Johannas Lieblingsbebäude -fehlt nur etwas Farbe:
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Auf dem Weg zur Westerplatte klopfen wir hier vergebens:
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Auch wenn Segeln Not tut…
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In der Danziger Bucht herrscht der Sturm…
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Das Denkmal aus der Nähe:
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Wir gehen bunkern – bei der örtlichen Tankstelle:

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